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Übersetzungstechnologien nach ISO 17100

Die Norm ISO 17100 erkennt an, dass Übersetzungstechnologien zur professionellen Arbeitsumgebung eines Übersetzungsunternehmens gehören. Sie ersetzen weder Übersetzer noch Revisoren, unterstützen aber die Vorbereitung, Steuerung, Übersetzung, Revision und Kontrolle von Projekten.

Übersetzungstechnologien nach ISO 17100

In technischen, juristischen, medizinischen, pharmazeutischen, unternehmensbezogenen oder webbasierten Projekten helfen diese Werkzeuge dabei, Konsistenz zu sichern, frühere Übersetzungen zu nutzen, Terminologie zu kontrollieren, formale Fehler zu erkennen und komplexe Dateiformate zu bearbeiten.

Technologie garantiert für sich allein keine Qualität. Qualität entsteht durch den Prozess, durch professionelle Übersetzer, durch die Revision durch eine zweite qualifizierte Person und durch Projektmanagement für Übersetzungen. Ohne geeignete Technologie wären viele heutige Projekte jedoch langsamer, weniger nachvollziehbar und fehleranfälliger.

Was ISO 17100 unter Übersetzungstechnologie versteht

Die Norm verweist auf eine breite Gruppe von Werkzeugen, die von Übersetzern, Revisoren, fachlichen Prüfern, Korrekturlesern, Projektmanagern und weiteren Fachkräften genutzt werden können.

Dazu gehören computergestützte Übersetzungstools, Translation Memories, Systeme für Terminologiemanagement, Qualitätssicherungswerkzeuge, Projektmanagementsysteme, Revisionswerkzeuge, Lokalisierungsplattformen, Layout-Programme, Content-Management-Systeme und Technologien im Zusammenhang mit maschineller Übersetzung.

Nicht jedes Projekt benötigt dieselben Werkzeuge. Eine kurze Übersetzung in Word stellt andere technische Anforderungen als eine mehrsprachige Website, ein Wartungshandbuch, ein InDesign-Katalog oder eine Softwaredokumentation.

Computergestützte Übersetzung

Unter computergestützter Übersetzung versteht man den Einsatz spezieller Software zur Unterstützung der menschlichen Übersetzungsarbeit. Häufig wird dafür der Begriff CAT-Tool verwendet.

Das ist nicht dasselbe wie maschinelle Übersetzung.

In einem CAT-Tool bleibt der Übersetzer die Person, die übersetzt und Entscheidungen trifft. Das Programm segmentiert den Text, zeigt Translation-Memory-Treffer, ermöglicht die Nutzung von Terminologiedatenbanken und erleichtert Konsistenzprüfungen.

Werkzeuge wie Trados, memoQ, Phrase oder vergleichbare Umgebungen werden in vielen professionellen Übersetzungsprojekten eingesetzt.

Der wichtigste Vorteil besteht darin, dass Übersetzer lange, wiederkehrende oder mehrsprachige Texte besser kontrollieren können. Gleichzeitig bleiben Entscheidungen, Änderungen und Projektressourcen nachvollziehbarer.

Translation Memories

Ein Translation Memory ist eine zweisprachige Datenbank mit bereits übersetzten Segmenten. Wenn in einem neuen Projekt ein identischer oder ähnlicher Satz vorkommt, kann das System die frühere Übersetzung anzeigen.

Das ist nützlich bei technischen Handbüchern, wiederkehrender Dokumentation, Verträgen mit wiederholten Klauseln, Produktdatenblättern, Katalogen, Webseiten, Unternehmensdokumentation, Gebrauchsanweisungen und Softwareaktualisierungen.

Ein Translation Memory hilft bei der Konsistenz, übersetzt aber nicht selbst mit fachlichem Urteilsvermögen. Jeder Treffer muss im Kontext geprüft werden.

Ein Satz kann gleich aussehen und trotzdem eine andere Lösung erfordern, wenn sich Zielgruppe, Format, Verwendungsland oder Sinnzusammenhang ändern. Ein schlecht gepflegtes Translation Memory kann außerdem alte Fehler oder veraltete Terminologie wiederholen.

Terminologiemanagement

Terminologiemanagement ist ein weiterer zentraler Bestandteil professioneller Übersetzung.

Ein Glossar oder eine Terminologiedatenbank kann festlegen, welcher Begriff zu verwenden ist, welcher Begriff vermieden werden soll, welche Abkürzungen unverändert bleiben, wie ein Produktname behandelt wird oder welche Sprachvariante der Kunde bevorzugt.

Das ist besonders wichtig bei medizinischen und pharmazeutischen Übersetzungen, juristischen Übersetzungen, technischer Dokumentation, Automobiltexten, Software und Finanztexten.

Eine falsche terminologische Entscheidung kann Inkonsistenzen verursachen oder den Inhalt falsch interpretierbar machen.

Deshalb sollte Terminologie bereits in der Vorproduktion vorbereitet und während des gesamten Projekts gepflegt werden, vor allem wenn mehrere Übersetzer oder mehrere Zielsprachen beteiligt sind.

Qualitätssicherungswerkzeuge

Qualitätssicherungswerkzeuge helfen dabei, formale Fehler zu erkennen, die bei einer normalen Lektüre übersehen werden können.

Sie können abweichende Zahlen, beschädigte Tags, nicht übersetzte Segmente, doppelte Leerzeichen, Terminologieabweichungen, Unterschiede bei Maßeinheiten, Formatprobleme, Inkonsistenzen zwischen wiederholten Segmenten sowie Probleme bei Eigennamen oder Codes markieren.

Diese Kontrollen ersetzen die Revision nicht. Sie sind eine technische Unterstützung.

Ein System kann feststellen, dass eine Zahl nicht übereinstimmt. Es kann aber nicht allein beurteilen, ob eine Vertragsklausel rechtlich richtig übertragen wurde oder ob eine medizinische Anweisung ihren klinischen Sinn behält.

Projektmanagementsysteme

Projektmanagementsysteme helfen dabei, Fristen, Dateien, Dienstleister, Sprachen, Versionen, Kommentare, Lieferungen und Projektstatus zu steuern.

Bei kleinen Projekten kann diese Steuerung einfach sein. Bei mehrsprachigen Projekten ist sie wesentlich.

Ein Projektmanager muss unter Umständen mehrere Übersetzer, Revisoren, Dateien, Formate und Liefertermine koordinieren. Wenn zusätzlich Translation Memories, Glossare, Kundenanweisungen und Aktualisierungen des Ausgangstextes vorhanden sind, wird Nachvollziehbarkeit unverzichtbar.

Technologie reduziert organisatorische Fehler, ersetzt aber nicht die verantwortliche Person. Ein System setzt keine Prioritäten für den Kunden, interpretiert keine Vertragsänderungen und löst keine fachlichen Terminologiefragen allein.

Übersetzungstechnologien nach ISO 17100

Lokalisierung und Website-Übersetzung

Bei der Übersetzung von Websites spielt Technologie eine besondere Rolle.

Die Übersetzung kann aus HTML-, XML-, JSON-, XLIFF-Dateien, CMS-Exporten, Tabellen oder Lokalisierungsplattformen erfolgen.

Hier reicht es nicht, Sätze zu übersetzen. Menüs, Buttons, Formulare, URLs, Metadaten, Alternativtexte, automatische Meldungen, kurze Strings und sichtbare Elemente auf dem Bildschirm müssen kontrolliert werden.

Ein Lokalisierungstool hilft, den Text geordnet zu halten und technische Strukturen oder Tags nicht zu beschädigen. Es erleichtert außerdem die Unterscheidung zwischen zu übersetzenden Inhalten und Elementen, die unverändert bleiben müssen.

Layout und Formate

Einige Projekte erfordern die Arbeit mit nicht editierbaren oder bereits gesetzten Formaten.

Dazu können PDF-Dateien, InDesign, Illustrator, PowerPoint, AutoCAD, XML, Excel-Dateien mit gemischten Inhalten oder aus internen Systemen exportierte Dokumentation gehören.

Technologie ermöglicht es, diese Dateien für die Übersetzung vorzubereiten, das Format zu erhalten und Fehler beim Wiedereinfügen des Zieltexts zu vermeiden.

In solchen Fällen kann nach dem Layout ein Korrekturlesen erforderlich sein, um Zeilenumbrüche, versteckte Texte, Tippfehler oder visuelle Probleme zu erkennen, die im eigentlichen Übersetzungsschritt nicht sichtbar waren.

Maschinelle Übersetzung und Post-Editing

Maschinelle Übersetzung ist die Erzeugung einer Übersetzung durch ein Computersystem. Post-Editing bedeutet, das Ergebnis dieser maschinellen Übersetzung zu prüfen und zu korrigieren.

Die geltende Ausgabe der ISO 17100 deckt Ergebnisse aus maschineller Übersetzung mit Post-Editing nicht als eigenständige Leistung in ihrem Anwendungsbereich ab. Für solche Leistungen gibt es einen spezifischen Rahmen: ISO 18587.

Die Bewertung der Qualität des übersetzten Produkts, einschließlich Humanübersetzung, posteditierter maschineller Übersetzung und unbearbeiteter maschineller Übersetzung, steht eher im Zusammenhang mit ISO 5060.

Technologie und Vertraulichkeit

Der Einsatz von Übersetzungstechnologien erfordert auch Kontrolle der Vertraulichkeit.

Nicht jedes System ist für jede Art von Dokument geeignet. Ein Vertrag, ein Patent, ein medizinischer Bericht, die Dokumentation eines Medizinprodukts oder eine Gerichtsakte können sensible Informationen enthalten.

Deshalb muss ein Übersetzungsunternehmen prüfen, welche Werkzeuge eingesetzt werden, wo Daten gespeichert werden, wer Zugang zu den Dateien hat und welche Bedingungen mit dem Kunden vereinbart wurden.

Technologie muss den Prozess unterstützen, nicht Informationen gefährden. Bei vertraulichen Projekten gehört die Wahl der technischen Umgebung zur Qualität der Dienstleistung.

LinguaVox und Übersetzungstechnologien

LinguaVox nutzt computergestützte Übersetzung, Translation Memories, Terminologiemanagement, Qualitätssicherungssysteme und technische Ressourcen, die an das jeweilige Projekt angepasst werden.

Dieser Ansatz ist besonders nützlich bei technischer, medizinischer, pharmazeutischer, juristischer, unternehmensbezogener, webbasierter und mehrsprachiger Dokumentation.

Häufige Fragen zu Übersetzungstechnologien

Was ist ein CAT-Tool?

Ein CAT-Tool ist ein Programm, das menschliche Übersetzer bei Segmenten, Translation Memories, Glossaren und technischen Kontrollen unterstützt. Es übersetzt nicht automatisch von selbst.

Was ist der Unterschied zwischen CAT und maschineller Übersetzung?

CAT unterstützt die Arbeit professioneller Übersetzer. Maschinelle Übersetzung erzeugt eine Übersetzung durch ein Computersystem. Es handelt sich um unterschiedliche Konzepte, auch wenn sie in bestimmten Umgebungen kombiniert werden können.

Was ist ein Translation Memory?

Es ist eine zweisprachige Datenbank, die frühere Übersetzungen speichert, damit sie in künftigen Projekten wiederverwendet oder konsultiert werden können. Besonders bei wiederkehrender Dokumentation hilft es, Konsistenz zu sichern.

Garantiert ein Translation Memory Qualität?

Nein. Es kann Konsistenz und Effizienz verbessern, aber jeder Treffer muss im Kontext geprüft werden. Ein schlecht gepflegtes Translation Memory kann Fehler wiederholen.

Was ist Terminologiemanagement?

Es ist der Prozess, genehmigte Begriffe für einen Kunden, ein Fachgebiet oder ein Projekt zu erstellen, zu pflegen und anzuwenden. Dadurch werden unnötige Varianten und Fehler in Fachtexten vermieden.

Erlaubt ISO 17100 den Einsatz maschineller Übersetzung?

Die Norm berücksichtigt Übersetzungstechnologie, aber die geltende Ausgabe schließt Ergebnisse aus maschineller Übersetzung mit Post-Editing als durch ISO 17100 abgedeckte Leistung aus. Für Post-Editing ist ISO 18587 der passendere Rahmen.

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